28. Januar 2010

com.sult 2010 - Nachbetrachtung


Hier die Vorschau zum Kongress.

Alles in allem hat die com.sult 2010 meine Erwartungen genau getroffen. Hervorragend organisiert, professioneller Ablauf, augenscheinlich zufriedenes Publikum. Das inhaltliche Niveau der Panele und Workshops war bescheiden, entspricht jedoch der - vor allem österreichischen - Gepflogenheit, ebendieses Niveau auf derlei Events nicht zu hoch anzusetzen, da dies nicht eines gewissen Risikos entbehrt. Hier würde ich mir wünschen wenn man sich sowohl durch Themenwahl als auch durch die Auswahl der Gäste ein bisschen mehr aus der Reserve wagen würde. Vor allem das Fehlen absolut jeglichen Bezugs zur aktuell allerorts diskutierten Thematik der Neuen Medien bzw deren Nutzungsmöglichkeiten und Einfluss auf Lebensgewohnheiten betrachte ich als einen programmatischen Fauxpas.

Die "Stargäste" haben gehalten was sie versprochen haben, nicht mehr und nicht weniger. Vor allem Buzz Aldrin (Bild) schien es den Besuchern angetan zu haben; zwar hatte nichts des von ihm erzählten irgendeinen besonderen Wert für mich; was vor 40 Jahren so und so gelaufen ist finde ich in diesem Kontext (Consulting-Kongress!) doch recht uninteressant, und so langweilte ich mich zutiefst während seines Auftritts. Aber ich beobachtete den Rest der Leute im Saal und erblickte vor allem beim fast schon euphorischen Schlussapplaus sehr viele glückliche Gesichter (und zwar nicht nur bei den angegrauten Semestern, die ja mit Aldrin tolle Kindheits-/Jugenderinnerungen verbinden). Und darauf kommt's ja letztlich an.

Meine restlichen Eindrücke sind weiter unten in Form meiner gesamm(el)ten Twitter-Aktivität des Kongresstages zusammengefasst.

Drei Um- bzw Missstände waren dann doch recht auffällig und ärgerlich:

Erstens die widerwärtige Qualmerei: bei einem Kongress mit internationalem Anspruch und einem entsprechenden Publikum (letzteres ist von zuhause fast durch die Bank anderes gewöhnt) hat die österreichische Unart des schranken- und rücksichtslosen Rauchens aber rein gar nichts verloren.

Desweiteren war das sprachliche Niveau der österreichischen Teilnehmer unter jeder Kritik. Eine zumindest gute Beherrschung des Englischen sollte für Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik Standard sein. Ist es aber scheinbar nicht einmal ansatzweise.

Und drittens, wie schon in einem Tweet angeschnitten: der beschämend niedrige Frauenanteil. Ich bin ganz und gar kein Freund positiver Diskriminierung oder blind-rigider Quotenregelungen, aber die folgende Frauen-Statistik ist erbärmlich.

Eröffnung: 2 von 10
Panele 1-3: 0 von 20 (Corinna Milborn war bei einem Panel Moderatorin)
Workshops: 9 von 72

Einen weiblichen Stargast gab's in der Vergangenheit übrigens auch noch nicht.

Hier also die Tweets vom Dienstag:

edit: nun wollte ich hier tatsächlich alle tweets mit einem bestimmten tool einbinden. Geht aber nicht, bzw es überlastet die Website. Daher ein embedded Stream via Friendfeed. Hier muss man halt rückwärts lesen. Warum Friendfeed? Weil bei Twitter ältere Tweets manchmal verschwinden. Bei Friendfeed nicht. Als "Archiv" ist es also besser als das Original. Für die Gesamtheit aller Tweets von diesem Tag einfach auf den Link am Ende des Streams klicken.



Photo credit: com.sult

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen