24. Juli 2010

Facebook so groß wie die EU - Eine Zwischenbilanz zwischen Mythen und Realität

Facebook und EU, die beiden haben natürlich nicht wirklich was miteinander gemeinsam. Außer eben die Tatsache dass sie quasi zeitgleich (bei der EU ist das wohl nicht so punktgenau messbar wie bei Facebook) die 500 Millionen-User/-Bürger-Marke überschritten haben. Ist halt ein lustiger Zufall. Mehr nicht.

Aber es ist schon recht interessant, sich einmal die Dimensionen des relativ jungen sozialen Netzwerks anhand eines derartigen Vergleichs vor Augen zu führen. Natürlich ist dabei nicht nur die schiere Zahl imposant; viel beeindruckender ist die Art und Weise, wie Facebook unser aller (bzw unser meister) Leben verändert hat. Es hat, schleichend aber doch, unsere Informations- und Kommunikationsprozesse und -Verhaltensweisen maßgeblich beeinflusst.

6. Juli 2010

Antisemitismus als Brückenbauer für gespaltene Persönlichkeiten

[Dieser Beitrag ruhte jetzt etwa 2 Wochen in der Blog-Pipeline, war schon zu 80% fertig, ist Zeitmangel und Vergesslichkeit zum Opfer gefallen, und wurde heute durch zwei Artikel wieder in Erinnerung gerufen]

Der Feind meines Feindes ist mein Freund - Zitat
Der Feind meines Feindes ist mein Freund, auch wenn er ebenfalls mein Feind ist, aber weniger als der andere Feind - Zitat Ergänzung

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie facettenreich Antisemitismus sein kann. Sei es etwas scheinbar banales wie der Song Contest (hier der vieldiskutierte Beitrag im MARXblog) oder der Besuch eines österreichischen Politikers bei  den lästigen Shoa-Überlebenden; sei es der Zwischenfall rund um die Gaza-Flottille und einen Haufen nützlicher Idioten, die sich vor den Propagandakarren vernichtsungsantisemitischer Islamisten haben spannen lassen; auf der Suche nach ihrem Ressentiment Genugtuung verschaffenden Manifestations- und Kanalisierungsmöglichkeiten waren Antisemiten noch nie besonders wählerisch.

1. Juli 2010

"Österreich ist frei?" - Der Tod von Hans Dichand und der österreichische Hang zum Autoritarismus

Ja, es geht zum Teil um den Tod des Hans Dichand. Aber nur vordergründig. Anlass für diesen Beitrag ist die jüngste Veröffentlichung folgender "Autoritarismus"-Studie, die zwar den Zeitraum 2004-2007 abdeckt, was jedoch nicht wirklich problematisch erscheint, da sich eine solche Studie auf Einstellungsmuster und Verhaltensweisen bezieht, die nur äußerst langfristig einer Veränderung unterliegen. Die Ergebnisse schlagen natürlich in die selbe Kerbe wie die vor einem Jahr publizierte Wertestudie.

Es hat mich sehr gejuckt und noch mehr gekribbelt. Ich hätte ja gern was schreiben wollen nach dem Tod des Alten von der Muthgasse, vor allem da er einer der maßgeblichsten und prägendsten Figuren Österreichs in den letzten Jahrzehnten war. Über seine faktische Macht, die vielen unerklärlich schien und die im Endeffekt nichts anderem als einem "Des Kaisers neue Kleider"-Phänomen entsprang. Seine Laissez-Faire-Attitüde im Hinblick auf antisemitische Tendenzen (da fallen mir gleich ein paar Ergüsse von Wolf Martin - der übrigens Wolfgang Martinek heisst, aber pfui deibl, klingt natürlich zu ausländisch - ein, Stichwort "ausgeschwitzt"), das bewusste Schüren von Angst, die aktive Forcierung eines hetzerischen Klimas gegenüber Minderheiten. Seine verklärende Sichtweise der Nazizeit (ohne jedoch die Nazis verherrlichen zu wollen, immerhin). Das Totschweigen des Kirchen-Missbrauchsskandals. Da gibt's noch vieles mehr.