23. Mai 2011

Die wunderschöne Welt der Androids

nce upon a time, in a Galaxy far far away, in the kingdom of Xperialived a Hero named Ace who was so in love with princess Aria that he even had her name as a Tattoo on his chest. She was the girl of his Dreamand his Desire for her was absolutely Incredible. But the evil Droid by the name of Optimus was also Mesmerized by the Captivant beauty of the princess to whose Charms he succumbed and he Devoured himself because of her, every single day, every single night. Inspired by the latest comic he read, he decided to kidnap her, and to Transform her into a Droid too, with the help of a Magic potion. So he waited for the right Moment, Intercepted her on her way back home to her castle and took her to his lair. The news about the princess' abduction spread like a Wildfire through XperiaTeos the king and Spica the queen were devastated. And so was Ace. At once, he made himself ready for rescuing Aria. But he knew that Optimus was a powerful opponent and that he would need help in order to Defy him. So Teos gave him a sword that - according to an acient Legend - was able to fire deadly Thunderboltss if - AND IF ONLY! - the wielder of the Blade had true love inside him. So Ace went to Optimus' lair and shouted with his vibrant voice: "BeholdOptimus! Release the princess or you're gonna die!" [... blabla, they fight, ace wins because he has true love inside him, so the thunderbolts are killing optimus, and - what a Sensation! - ace+aria lived happily ever after, etcblah. i ran out of android-device names, sorry.. but you got the message].

Modellnamen sind schon ein Hund. Nicht nur aus markenrechtlichen Gründen. Hinlänglich bekannt aus Marketingbüchern sind die Case Studies zu mächtigen und kostspieligen Faux-Pas, die in diesem Bereich begangen worden sind, komischerweise meistens von Autoherstellern (zB Mitsubishi Pajero = 'Wichser' in manchen südamerikanischen Ländern, Ford Pinto = 'kleines Genital' in Brasilien); es ist also sinnvoll, sich eingehend mit dem Namen eines neu zu lancierenden Produkts auseinanderzusetzen, auf dass dieser nicht nur Fettnäpchen vermeiden, sondern auch als wertsteigernder Beitrag zum Gesamtprodukt Geltung finden kann.

Nun haben die letzten 3 Jahre eine - steigende - Flut an neuen Geräten für die Android-Plattform gebracht, und all die schönen Smartphones wollen ja auch benannt werden. So wie auch in anderen Branchen ist auch im Mobilfunkbereich die Herangehensweise eine recht heterogene; der unbeirrt am absteigenden Ast von einer Fehlentscheidung zur nächsten heruntertorkelnde (Noch-)Riese Nokia hat es sich ja in den letzten Jahren scheinbar zur Aufgabe gemacht, mit einer unüberschaubaren und verwirrenden Myriade an Modellen das Angebot an 4stelligen Zahlen bis aufs letzte auszureizen; neuerdings macht man einen auf Schifferl-Versenken und bringt scheinbar nach dem Zufallsprinzip zusammengewürfelte, koordinatenähnliche Modellnamen (N8, E7, X8, etc.)

Bei Android-Phones scheint das anders zu sein, hier fühlt man sich ins Kindesalter zurückversetzt, wird auf fast schon entmündigende Art und Weise mit Modellnamen belästigt, die wohl eher einem Disneyfilm-Drehbuch entsprungen zu sein scheinen als der konzertierten Anstrengung der Produktmarketing-Abteilungen großer, transnationaler Technologiekonzerne. Blumigsüße Fantasienamen und in extremis gesteigerte Superlative (warum denn bloß Galaxy, ihr Samsung-Fritzen, und nicht gleich Universe?!) suggerieren eher eine halbverzweifelt nach Aufmerksamkeit heischende Marktstandler-Herangehensweise denn eine wohldurchdachte, auf Langfristigkeit ausgelegte Strategie, die den absoluten Sexyness-Champion in diesem Bereich - das iPhone - vom Thron stoßen könnte.

Dabei ist aber gerade diese Sexyness NICHT einer pubertär wirkenden, verkrampft-spektakulären Namenspolitik geschuldet. Sieht man von der Computersparte ab, so kann man Apples Markenstrategie der letzten Jahre auf den simplen Buchstaben 'i' herunterbrechen. iPod, iPhone, iTunes, iPad, iMusic, iBook, iBooks, iLife, iBoy, iBlablablah... Was so ein einzelner Buchstabe alles bewirken kann. Ich bin mir sicher dass schon etliche Abhandlungen zum marketingtechnischen Aspekt dieses harmlos erscheinenden Buchstabens gegeben hat. Und da ich persönlich von Apple nicht wirklich viel halte viel ich auch nicht allzusehr darauf eingehen.

Aber dieses 'i', eingebettet in ein kohärentes und von von A bis Z durchdachtes Produktkonzept, enthält mehr Macht als all die pompösen, schwülstigen - Oxymoron voraus! - fantasielosen Fantasienamen. Dabei bietet die Produktwelt Beispiele sonder Zahl dafür, dass Fadesse und Biederkeit in Sachen Namensgebung absolut erfolgversprechend sein können. Den hyperlangweiligen 'Golf' gibt es mittlerweile seit knapp 40 Jahren, genauso wie die BMW's der 3er, 5er und 7er Serien; das 1992 von IBM eingeführte 'ThinkPad' war dermaßen erfolgreich, dass es 2005 im Zuge der Übernahme der IBM-Computersparte durch Lenovo beibehalten worden ist. Und all diese Produkte zeichnen sich durch Beständigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Unverwechselbarkeit aus.

Dass (auch verspielte) Originalität und Erfolg in Sachen Namensgebung keinen Widerspruch darstellen müssen zeigt die Release-Benennung der Linux-Distribution Ubuntu, bei der jede neue Version mit einem der alphabetischen Reihenfolge entsprechenden Tiernamen samt dazugehörigem Adjektiv versehen wird.

Ich werde in Kürze Besitzer des Galaxy S2 (das als erstes Smartphone die Note 9/10 bei Engadget erhalten hat und an dem sich auch das wahrscheinlich im September erscheinende neue iPhone technisch und designmäßig viele Zähne ausbeißen wird) sein und damit mein Legend ersetzen können. Beides sind tolle Geräte und sie hätten auch 'Blablairgendwas', 'Gibberish' oder '9164873' heißen können, das wär mir ziemlich egal gewesen. Und es ist ja verständlich, dass im durch brutale Konkurrenz geprägten, rasant wachsenden Android-Biotop (das ja insgesamt Apple vor Kurzem als führende Plattform abgelöst hat) die Suche nach Alleinstellungsmerkmalen zwecks Abgrenzung von den anderen Herstellern eine hohe Priorität hat, um nicht als einer von vielen wahrgenommen zu werden (während das iPhone im iOS-Biotop eines von einem ist); aber es sollte auch klar sein, dass Clearasil-Duft und Kaugummi-Aroma versprühende, beliebig austauschbare 08/15-Namen, deren Urheberschaft gefühlsmäßig eher in Volksschulklassen denn in professionellen Marketingabteilungen anzusiedeln ist, in den Augen des durchschnittlichen Kunden sicherlich niemals jene markentechnische Raffinesse und Durchschlagskraft entwickeln KANN, die ein schlichtes, die Leichtigkeit des Seins versprühendes 'i' schwere- und mühelos zu entfalten imstande ist.


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