31. Juli 2015

Feuer

Nachdem in den heutigen Morgenstunden eine arabische Familie im Westjordanland Opfer eines - höchstwahrscheinlich von jüdischen Terroristen begangenen - Brandanschlags geworden ist, im Zuge dessen ein 18 Monate junges Kind getötet, sowie dessen Bruder und Eltern mit großflächigen Verbrennungen 3. Grades in israelische Spitäler eingeliefert worden sind, lese ich zahlreiche Kommentare, Tweets, etc, die folgendes tun:

- Herausstreichen des Kontrasts der Reaktionen israelischer Vertreter aus Politik und Religion auf diesen Terroranschlag (quer durch das gesamte politische/religiöse Spektrum hinweg Entsetzen, eindeutige und unbedingte Verurteilungen) einerseits und den Reaktionen palästinensischer Politiker bei palästinensischen Anschlägen auf jüdische Israelis (in der Regel durchgehende Zustimmung, bis hin zu Glorifizierung, Umbenennung von Straßen, finanzielle Unterstützung für inhaftierte Terroristen/deren Familien, uvm) andererseits;

- quantitative Gegenüberstellung von Angriffen von Juden auf Araber und vice versa (zb der Hinweis auf 60 arabische Anschläge in der abgelaufenen Woche, welche zu 22 verletzten Juden führten);

- Empörung über eine als solche betrachtete unfaire Berichterstattung vonseiten der "Mainstream-Medien", welche nicht adäquat von arabischem Terror berichten, dafür aber jede von Juden begangene Tat besonders hervorheben würden.

Im besten Fall entspricht dies einem Abwehrmechanismus, im Zuge dessen die Psyche auf allerlei Kniffe zurückgreift um mit einem derartigen, grauenvollen Ereignis zurechtzukommen zu versuchen.

Im weniger besten Fall ist es kalter und selbstgefälliger Zynismus, dem die zugrunde liegenden Leben relativ egal sind, dessen selektive Empathie eigentlich gar keine ist.

Natürlich ist es nicht verboten, als Jude/Israeli "stolz" zu sein auf die Art und Weise, wie man auf der "eigenen" Seite mit derartigen Akten der Barbarei umgeht. Natürlich kann man "stolz" darauf sein dass derartiges vergleichsweise sehr selten passiert, und wenn ja, drastisch sanktioniert wird. Natürlich kann man empört sein, dass und wie vielenorts über diesen Terroranschlag berichtet wird, während Terrorismus der "Gegenseite" kaum Erwähnung findet bzw verharmlost und/oder gar rationalisiert wird.

Aber hey: Brandanschlag auf eine schlafende Familie. 1,5jähriges Kind verbrannt. Alle anderen Familienmitglieder mit grauenvollen Verbrennungen im Spital. Täter höchstwahrscheinlich jüdische Israelis.

Punkt. Aus. Ruhe. Innehalten.

Alles andere hat am heutigen Tag nirgendwo etwas verloren.


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